Judy01's Blog

Freut euch im Herrn. Ich betone es noch einmal: Freut euch! Lasst alle sehen, dass ihr herzlich und freundlich seid. Denkt daran, dass der Herr bald kommt. Sorgt euch um nichts, sondern betet um alles. Sagt Gott, was ihr braucht, und dankt ihm. Ihr werdet Gottes Frieden erfahren, der größer ist, als unser menschlicher Verstand es je begreifen kann. Sein Friede wird eure Herzen und Gedanken im Glauben an Jesus Christus bewahren. Phil. 4,4-7

wieder zurück April 7, 2010

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Frühling in Israel

Seit genau einem Monat bin ich wieder in Deutschland. Der Kulturschock war nicht ganz so schlimm wie erwartet, der Kälteschock umso schlimmer. Meinen letzten Tag in der Jerusalemer Altstadt habe ich bei 20 Grad Sonnenschein verbracht. Als wir kurz nach Mitternacht in meinem kleinen Dorf in Deutschland ankamen, waren es dort – 14 Grad. Kalt. Sehr kalt.

Mittlerweile setzt sich aber auch in Deutschland der Frühling durch. Im Moment sitze ich in Leipzig in unserer nagelneuen Hochschulbibliothek, das Studium hat bereits vor 2 Wochen begonnen, ich bin mit Arbeit eingedeckt, habe mein neues Zimmer bezogen und mich mittlerweile eingerichtet, habe meinen Bruder in Toulouse besucht und von dort abgeholt (ich sage nur: 4 Tage, 3200 km), war auf einer Hochzeitsnachfeier mit Israel-WG/Freunden-Nachtreffen in Neuwied… ach ja, Ostern war auch noch. Das Leben geht weiter, mir bleibt gar keine Zeit, Israel hinterher zu trauern. Ich bin froh, dass ich mir bereits in meiner letzten Woche dort Zeit genommen habe, um Abschied zu nehmen und nocheinmal alles zu reflektieren.

Israel war toll. Total anders als meine erste Zeit als Volontär. Aber doch wieder geprägt von den Menschen. Menschen, denen ich auf Arbeit begegnet bin, die ich im Ulpan kennengelernt habe, im Gottesdienst getroffen habe, die mir Freunde vorgestellt haben oder die man eben einfach so trifft.

Menschen, die mir einfach neue Sichtweisen eröffnet haben, mich in ihr Leben und ihre Kultur hineingenommen haben, die mich hinterfragt und gefordert haben, die einfach nicht in meine Schubladen passen wollten, von denen ich so viel gelernt habe, mit denen ich aber ebenso lachen konnte.
Einige von ihnen habe ich ja bereits in vorangehenden Beiträgen erwähnt… ein Land kann noch so schön sein und was auch immer bieten können, es sind trotzdem die Menschen, die es „beleben“…

Ja doch, die Menschen vermiss’ ich schon sehr…

Abschiedstour an den Kinneret

Auch wenn ich mir von der Arbeit in Yad Vashem an manchen
Stellen mehr erwartet habe, möchte ich die Zeit nicht missen. Ich habe dort soviel über Geschichte, die Shoa, Umgang mit Shoa und letztendlich wieder über Menschen gelernt…wenn auch leider nicht ganz so viel bibliothekarisches, so dass ich auch nicht sagen kann: Dieses Praktikum hat mich voll in meiner Studienwahl bestätigt. Vielmehr denke ich: Ich möchte noch soviel mehr lernen und studieren: Sprachen (Der 1. Schritt ist getan, ich habe mich für Französisch angemeldet.), Literatur, Geschichte, Theologie, Pädagogik. Ich bin gespannt, wo Gottes Wege mich noch hinführen und ob ich tatsächlich mal in einer Bibliothek lande.

Dies ist somit auch der letzte Eintrag in diesem Blog, der

eigentlich auch ganz anders geplant war.
Ich werde ihn wohl in den nächsten Wochen ausschalten und aus dem Netz nehmen.

Danke, dass ihr so fleißig mitgelesen und kommentiert habt. Mich gibts in Deutschland jetzt wieder live und in Farbe….

שלום יודית
Shalom Judy

 

Ilan Maon Gilo Februar 16, 2010

Einsortiert unter: Uncategorized — judy01 @ 12:48 pm
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Ich stelle mal ein Video ein, das vor einigen Jahren (aber nach meiner Zeit) in meinem alten Behindertenheim in Gilo aufgenohmen wurde. Es ist zwar in Hebraeisch, aber ich denke, auch wenn man die Sprache nicht versteht, vermittelt es ganz gut einen Eindruck – wenn auch einen beschoenigten – von unserer Einrichtung.

Besonders oft sieht man Liora (z.B. im Pool, mit ihrem Vater, beim Singen). Sie ist im Sommer letzten Jahres gestorben, kurz bevor ich nach Israel gekommen bin. Als wir damals mir einigen Behinderten waehrend Pessach in ein Hotel nach En Bokek gefahren sind, war ich u.a. fuer sie verantwortlich. Dieser „Urlaub“ gehoerte mit zu den herausfordernsten Erfahrungen, die ich waehrend meiner Arbeit dort im Heim gemacht habe. Liora wurde sonst immer von 2 Pflegerinnen gepflegt und nun war ich mit ihr in einem Hotelzimmer allein (und einer weiteren Patientin), hatte vorher noch nie mit ihr gearbeitet…es war die totale Herausforderung und fuer uns beide sehr anstrengend.
Nach dem Urlaub hat Liora mir jedesmal fuer die Zeit gedankt, wenn sie mich gesehen hat. Sie war echt eine total Liebe und sass immer auf dem Flur, der zu unserer Volo-Wohnung fuehrte und hat gerne ein paar Worte jiddisch mit uns gewechselt, wenn wir an ihr vorbei gelaufen sind.

 

Mahane Yehuda Februar 4, 2010

Einsortiert unter: Uncategorized — judy01 @ 12:43 pm

Habe soeben einen netten Artikel im Spiegel ueber den Shuk entdeckt. Ich kaufe tatsaechlich auch bei diesem Baecker mein Brot :-)

–> Shoppen auf dem Shuk

der Baecker meines Vertrauens

 

letzter Monat Februar 4, 2010

Einsortiert unter: Uncategorized — judy01 @ 9:23 am
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morgendlicher Blick aus dem Fenster

Ja, sie lebt noch…und sie ERlebt auch noch. Aber auch hier in Jerusalem schleicht sich nach einiger Zeit eine gewisse Routine ein und der Alltag kehrt ein. Mittlerweile befinde ich mich ganz offiziell in meinem letzten Monat. Am 6. Maerz geht der Flieger zurueck nach Deutschland. Ich versuche die verbleibende Zeit so gut wie moeglich zu nutzen und mich schon einmal seelisch und moralisch auf Deutschland einzustellen. Dabei hilft mir im Moment das Wetter! Es ist kalt und regnet ohne Ende. Gestern wurde hier auf der Arbeit sogar ein RegenNotfallPlan herumgereicht: Schnee –> d.h. schul- und arbeitsfrei. Heute morgen hat es allerdings „nur“ geregnet.
[Soeben entnehme ich aber der ansteigenden Laustaerke auf dem Flur, dass wohl irgendwo in Jerusalem 3 Schneeflocken gesichtet wurden. Ausnahmezustand!]

  • letzter Ulpan:

Vor zwei Wochen haben wir unseren Ulpan mit einer Abschlusspruefung beendet. Ich habe unglaubliche 92 Punkte bekommen…super. Der Ulpan hat immer sehr viel Zeit weggenohmen, aber jetzt wo er vorbei ist, ist es schon schade. Wir waren echt eine super Gruppe, hatten viel Spass und haben viel gelernt…

  • letzter Unterricht:

Naechste Woche endet in der deutschen Schule das erste Halbjahr. Im neuen Halbjahr wird es dann fuer meine Klasse eine neue Lehrerin geben. Ich werde die Kinder echt vermissen. Gerade durch die Arbeit mit ihnen habe ich gemerkt, dass ich spaeter in meinem Beruf auch mit Kindern arbeiten moechte. Uns stehen da als Bibliotheken so viele Moeglichkeiten offen: die Lust auf Lesen zu erwecken, Bildunsarbeit zu leisten, Sprach-/Lesefoerderung… Gerade auch im Bereich multikultuerelle Bibliotheksarbeit, Integration, Deutsch als Zweitsprache… Zudem gibt es fuer Kinder wirklich tolle Medien, tolle Buecher! Wir werden diese Woche einen Ausschnitt aus „Ein Elefant mit rosaroten Ohren“ lesen. Aber auch die Klassiker, z.B. Pippi Langstrumpf, stossen auf  grosse Begeisterung. Ich habe vor einigen Wochen eine Geschichte und das Pippi-Langstrumpf-Lied mitgebracht und die Kids waren begeistert.. Kinder geben so schonungslos Feedback :-) (Vergangene Woche haben wir das Gesicht behandelt: Augen, Nase, Sommersprossen.. „Wer hat denn von uns Sommersprossen?“ „DU hast ganz viele rote Punkte im Gesicht!“ „Richtig, dass nennt man aber in diesem Fall nicht Sommersprossen..“)

  • Bibliotheken besuchen:

    deutschsprachige Belletristik

Ich bin hier ja eigentlich in bibliothekarischer Mission unterwegs. Aus diesem Grund moechte ich die verbleibenden Wochen nutzen, um mir die Bibli0theken des Landes genauer anzuschauen… Mein erster Besuch galt der Zentrale der Stadtbibliothek.

typisch Israel: die Tür über das Schild gebaut

Interessant war dabei:
- nur Buecher (keine AV-Medien)
- strikte Trennung auf 3 Etagen: Belletristik, Kinderbibliothek, Sachliteratur
- Belletristik: 40% hebraeisch-, 30% englisch-, 20% franzoesisch- und 10% deutschsprachige Literatur
- Sachliteratur: nur hebraeische Buecher

  • hoher Besuche

Yad Vashem gehoert zum Pflichtprogramm eines jeden Israelreisenden, ebenso auch fuer jeden Politiker.

erkennbar ist der jeweilige Staatsbesuch immer an den wechselnden Fahnen

Als z.B. Ende Januar die neue Ausstellung zu den Auschwitz-Bauplaenen eroeffnet wurde, war hier die gesammte israelische Regierung anwesenden. (Natuerlich unter Auschluss der Oeffentlichkeit)

Vergangene Woche hat uns dann Silvio Berlusconi besucht: ihn haben wir uns zumindest einmal aus der Ferne angeschaut. Das war schon echt spannend zu sehen, was da alles aufgefahren wird und welches Protokoll eingehalten werden muss. Ich frag mich, ob er sich die Ausstellung wirklich angesehen hat oder ob einfach nur fuer ein Foto posiert wurde.
Meinem Chef faellt bei diesen Besuchen immer wieder die Aufgabe zu, unsere Gaeste durch die Ausstellung zu leiten. Sein letzter Gast war der Praesident von Mikronesien, eine  kleine Inselgruppe, die interessanterweise in der UN immer auf der Seite Israels steht.

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Ich habe uebrigens in diesen Tagen die UNfrage (eigentlich sind es zwei) des Jahres gewaehlt:

- Dafuer muss man studieren?
- Dafuer braucht man 4 Jahre?

Anwort:

Ja.
Ja.

 

חג המולד Dezember 29, 2009

Einsortiert unter: Uncategorized — judy01 @ 9:37 am

Weihnachten war sehr schoen – wenn auch meine Familie vermisst habe. Am Mittwoch hat mir mein Chef ganz spontan und unerwartet frei gegeben, so dass ich am Donnerstag vormittag noch letzte Erledigungen machen konnte und fuer die Feier noch einiges einkaufen konnte. Bereits um 16 Uhr ging die Weihnachtsfeier mit den Volontaeren und Mitarbeitern von Hagoshrim los. Wir waren ueber 20 Leute, Olga und Ingrid haben alles ganz festlich dekoriert und mega-leckeres Essen zubereitet, es gab Lieder, Geschichten und auch Geschenke… alles in allem eine sehr sehr schoene Gemeinschaft.

Diese Feier musste ich leider ein bisschen eher verlassen, weil ich mich auf den Weg zur Erloeserkirche machen musste. Dort singe ich im Chor mit. Ab 22.30 Uhr begann der Gottesdienst: eben ganz ganz typisch deutsch. Wohl der gleiche Ablauf und Inhalt wie in ganz Deutschland in den evangelischen Kirchen. (Mit der Ausnahme, dass Texte abwechselnd auch in englisch, hebraeisch und arabisch gelesen wurden.) Unser Chor hat klasse geklungen ;-) und es hat echt viel Freude gemacht mitzusingen.

Gemeinsam auf dem Weg nach Bethlehem - Wer mich zuerst findet, bekommt....ein Eis...irgendwann.

Nach dem Gottesdienst gab es Gluehwein und gegen 00.30 Uhr sind wir – eine riesen Gruppe junger Deutscher -  losgezogen in Richtung Bethlehem. Zwischendrin wurden wir immer wieder bestaunt und fotografiert: wow die deutschen Christen. Das war schon sehr sehr ungewoehnlich. Sonst sind wir immer die, die in die juedische und arabische Kultur und Religion reinschauen  diesmal wurden wir eben bestaunt. Unterwegs mussten wir auch den Checkpoint passieren…und ich muss wirklich sage: das ist einfach krass. Wenn man sich ueberlegt, dass man da taeglich durch muss und von der Willkuer der soldaten abhaengig ist…

Um 3 Uhr waren wir endlich am Ziel angekommen (der Weg war ca. 10 km lang, nur gut, dass ich das nicht vorher wusste..), sind noch eben in ein internationales Begegnungszentrum, um dort Tee zu trinken und uns kurz aufzuwaermen. Von dort ging es dann endlich zur Geburtskirche: ueberraschenderweise waren da um 4 Uhr nachts ausser uns kaum noch Leute.  Ich war vor 3 Jahren schon einmal dort und ich muss sagen, dass die Kirche auch an Heiligabend bei mir keine anderen Gefuehle hervorruft. Eine Freundin, die mitgelaufen ist meinte nur: Das ist alles gar nicht besinnlich… <Stellt sich die Frage, wasgibt den SINN ??>

Wir haben uns dann auch recht schnell wieder auf den Heimweg gemacht und letztendlich war ich um 6.00 Uhr zuhause. Es war eine sehr schoene Nacht, auch wenn ich jetzt nicht jedes Jahr nach Bethlehem laufen muss.

Viele Leute denken: Wow, zu Weihanchten am Ort des Geschehens, aber das ist Quatsch.  Hier feiert man Weihnachten ganz eindeutig als Minderheit (ok, das haut auch seinen Reiz). Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich ganz uebberascht war..ups..heute ist schon Heiligabend und jetzt  geht es mir so, dass ich denke: Wow, letzte Woche war Weihnachten? Der ganze Weihnachts-Geschenke-Deko-Einkaufs-Trouble, den es immer in Deutschland gibt, der faellt total weg.

Uebersetzung: Hat irgendjemand das Baby gesehen?

Noch etwas: das Wetter. Es ist unglaublich. Vergangene Woche waren tagsueber 20 Grad und Sonnenschein, ich habe den Mantel gegen die Sommerjacke und die Stiefel gegen die Ballerinas ausgetauscht. In den naechsten Tagen soll es aber Regnen, dass ganze Land betet dafuer.

 

How To: Fall in love… Dezember 20, 2009

Beim drueber lesen ist mir gerade aufgefallen, dass das ja doch alles schon sehr persoehnlich ist, aber ich wage es einfach trotzdem mal… :-)

In den vergangen Wochen ist wieder viel passiert, diesmal chronologisch rueckwaerts:

–> Heute morgen hatte ich meinen Termin beim Innenministerium, es ging um die Verlaengerung meines Visa’s. Eine sehr interessante Erfahrung. Bei meinem  letzten laengeren Aufenthalt in Israel haben sich die Mitarbeiter von Hagoshrim um all das gekuemmert, so das uns eigentlich nie bewusst war, wieviel Arbeit da eigentlich dahinter steckt, bis man diesen Aufkleber in seinem Pass hat. (Oh ja, leider kommt die Erkenntnis oftmals sehr spaet. Vielen Dank Hagoshrim!) Erst einmal einen Termin in diesem Amt zu bekommen, ist eine Herzusforderung: den Termin kann man taeglich von 13.00 bis 15.00 Uhr vereinbaren. Nur in dieser Zeit bekommt man – eventuell – jemanden ans Telefon. Der naechste Schritt ist das Zusammensuchen der Unterlagen: Medizinisches Attest, Schreiben der Beauftragen vom Sozialministerium… (mein aertliches Attest war ueber 2 Monate mit der Post unterwegs und bis ich Dina Lutati (Soz.Min.) ans Telefon bekommen habe, sind auch einige Tage ins Land gezogen…) Schussendlich hatte ich heute alle meine Unterlagen beisammen und war puenktlich auf dem Amt. Das muss man gesehen haben: Das pure Chaos. Keine wirkliche Beschriftung/Beschilderung – Wo muss man eigentlich hin?-  in meinem Raum standen ueberall Kartoons mit alten – vermutlich vertraulichen – Visaantraegen (mitsamt Foto und Unterlagen).  Hat man dann den richtigen Raum gefunden, wartet man darauf, dass sein Name aufgerufen wird. Und WEHE man geht vorher an den Schalter, um sich eventuell nach etwas zu erkundigen. Nachdem mein Name aufgerufen wurde, teilte mir meine Mitarbeiterin mit, ich solle doch zur Info gehen und mir dort ein Formular abholen und dieses ausfuellen (haette mir die Frau an der Info ruhig auch beim ersten Mal sagen koennen). Nachdem ich das Formular ausgefuellt und stolz zurueck gebracht habe, wurde ich angefahren, ob ich den englisch verstehe, es sei das falsche Formular… statt mich wieder zur Info zu schicken, hat mir die Sacharbeiterin diesmal aber gleich selbst das richtige Formular gegeben (ging beim ersten Mal wohl nicht?), welches ich aber nur zur Haelfte ausfuellen musste, weil ihr der Rest wohl zu lang gedauert hat…naja, wie auch immer: am Ende hatte ich meinen Aufkleber und meine Stemple, darf also ganz legal hier sein und musste auch gar nichts dafuer bezahlen. Super. War definitiv mal eine Erfahrung wert.

–> Durch meinen Ulpan (Sprachkurs) habe ich viele interessante Leute kennengelernt. Einer davon ist Yunus. Er ist ein Kapuzinermoench, der unglaublich klug und sprachbegabt ist (tuerkisch, itaqlienisch, englisch, deutsch, franzoesisch, althebraeisch, neuhebraeisch, griechisch…). Er hat mich und eine Freundin gestern Abend zu sich in sein Kloster eingeladen. Es war total spannend. Wir wurden dort von seinem Padre begruesst, der uns eine kleine Einfuehrung in den Glauben gegeben hat (ich sag mal nur: von der Schoepfung bis zu Jesus und weiter…im Schnelldurchlauf durch das Alte und Neue Testament). Er hat spontan fuer uns gebetet und uns gesegnet. Anschliessend haben wir uns das gerade noch im Bau befindliche Glaubenszentrum angesehen und dort gemeinsam gesungen (im Kloster wird italienisch gesprochen und das einzige italienische Lied, das Fanny und ich koennen, war: Laudato si…). Danach haben wir mit Yunus, dem Padre und 2 weiteren Bruedern Tee getrunken, Weihnachtsgebaeck gegessen und ganz viele Fragen gestell und beantwortet. Es war ein total gesegneter Abend: die Brueder haben uns voll teilhaben lassen an ihrem Leben und jede Frage beantwortrt, ganz regal wie persoehnlich sie war. Ich war total beeindruckt. Bin es noch immer. Wir koennen soviel von ihnen Lernen. Zu Beginn war ich sehr skeptisch und habe  auf all das geachtet, was uns doch trennt… aber im Endeffekt war das gar nicht so viel (ok, Maria. ) Die Brueder sind keine alten Maenner gewesen, sondern alle in den 30ern. Sie haben alle irgendwann in ihrem Leben auf ganz verschiebende Weise gespuert, dass Gott sie ruft. Und sie haben sich fuer ein Leben ganz mit Jesus im Zentrum entschieden. Der Padre hat immer wieder gesagt: „Das wichtigste ist: Jesus ist das Zentrum in meinem Leben.

Sie haben sichbei ihrem Eintritt fuer 3 Dinge entschieden: Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit und leben das jetzt mit seinen Konsequenzen. Fuer mich war das am Anfang einfach unverstaendlich, weil ich denke, dass man auch als Ehepaar sein Leben voll Gott geben kann (das denke ich noch immer), aber jetzt glaube ich, ein bisschen verstehen zu koennen, wieso sie diese Art zu leben gewaehlt haben. Ein Bruder meinte, dass es auch fuer sie wie eine Hochzeit war: Da war am Anfang das Verliebtsein in Jesus, dann die Entscheidung mit ihm zu leben und ins Kloster zu gehen. Doch er meinte auch, jeden Tag muss er immer wieder Ja sagen und es ist nicht immer einfach. Es gibt genauso Aengste, Zweifel… und dann erinnert er sich daran, dass er eine Entscheidung getroffen hat und zu dieser stehen will (wie in einer Ehe).

Ich aergere mich ueber mich selbst, dass ich oft so ignorant anderen christlichen Richtungen gegenueber bin (gerade auch der katholischen Kirche). Ich habe dort eine so tiefe Liebe und Hingabe an Jesus gespuert, so einen lebendigen Glauben,  dass mich das echt voll demuetig macht. Fuer mich war das so eine ermutigende Zeit und ich frage mich: Was koennten wir nicht alles voneinander lernen, wenn wir aufeinander zu gehen wuerden? Ich bin nicht ueber Nacht ein Freund der Oekumene geworden, aber ich habe gesehen, was ich von diesen Maennern lernen kann…

Ich moechte mich in Gott verlieben, so wie sie es getan haben (deswegen diese Ueberschrift). In meinem Leben dreht sich doch soviel darum, einmal Mann und Kinder zu haben… anstatt einfach loszulassen und alles Gott zu geben. Diese Maenner haben losgelasssen und alles Gott geben.

Oh, ich wuensche mir so, dass ihr ein bisschen verstehen koennt, wie es gerade in mir aussieht und was mich so begeistert und bewegt hat.

–> Vergangene Woche sind mein Vater und meine Grossmutter bei mir zu Besuch gewesen und wir haben gemeinsam Jerusalem und Tiberias besucht und angesehen. Es war eine tolle Zeit und ein ganz arg schwerer Abschied. Ich habe halt einfach eine tolle Familie und gerade jetzt, wo sich Weihnachten naehert, merke ich schon, dass sie mir fehlt.

Die beiden haben mich an unserem letzten Tag zur Arbeit gefahren und dort haben sie sich von mir verabschiedet. Da ist dann natuerlich die ein oder andere Traene geflossen… als das meine Arbeitskollegin gesehen hat, musste sie gleich mitweinen und meinte nur: „Jetzt bereue ich gerade, dass ich keine eigenen Kinder habe.“

Omi und Judy am Flughafen

Trotzdem – auch wenn ich jetzt wieder ohne Familie hier bin – bin ich froh und soo dankbar, dass ich da sein darf und so viel erleben und erfahren darf. Jerusalem ist verrueckt, aber toll. Und hier leben so verrueckte Menschen und ich so froh, dass ich ein paar davon kennenlernen  und von ihnen lernen darf. Ich merke total, dass Gott diese Zeit nutzt, um mir verschiedene Leute ueber den Weg zu schicken, die mich immer wieder in meinem Leben und meiner Beziehung zu Gott herausfordern und mir neue Perspektiven zeigen.

Danke.

 

Zwischenbericht November 30, 2009

Einsortiert unter: Uncategorized — judy01 @ 1:02 pm

Mittlerweile bin ich beinahe 3 Monate im Land, es ist also Zeit für einen Zwischenbericht.

-> Im Bus verbrachte Stunden: ca. 120 h
-> getoetete Kakerlaken: 1
-> Tage, an denen ich Hosen tragen musste: 5
-> katalogisierte Buecher: ca. 500
-> verspeiste Pitot: 43
-> ueberstandene Kontrollen: 29

Das ist auch eine gute Gelegenheit, um mit  einem Geruecht aufzuraeumen: Ja, ich arbeite tatsaechlich 40 h pro Woche. :-) Zudem gehe ich nach der Arbeit 2 mal pro Woche fuer 3 h in den Ulpan (Sprachschule), in meine Gemeinde, zum Chor oder seit neustem in die Deutsche Schule… Hoert sich jetzt eigentlich gar nicht soviel an, ist es aber… manchmal denke ich, ich bin eigentlich nur zum Schlafen zuhause (was eigentlich auch OK ist, denn in der Wohnung ist es oft sehr sehr kalt und jetzt kommt in meinem Zimmer auch der Schimmel zum Vorschein, vor dem mich meine Mitbewohnerin schon seit Beginn gewarnt hat). Im Moment bin ich einfach auch mit meinen Kraeften einw enig am Ende. Das liegt zum einen an dem straffen Terminkalender (man moechte ja auch nichts verpassen, only God knows wenn ich wieder in Jerusalem sein werde…irgendwie habe ich diesmal tatsaechlich die alte Volo-Weisheit verinnerlicht: Schlafen kannst du in Deutschland), an den ueblichen Winterkrankheiten (hier gibt es die Scheinegrippe uebrigens auch (um das boese S-Wort nicht in den Mund nehmen zu muessen, nennt man sie die ‘mexikanische Grippe’)…nur macht man nicht ganz so viel Aufhebens darum, obwohl es doppelt so viele Todefaelle gab wie in Deutschland) und an den Abschieden. [wow...was fuer ein Satz]

So hatte ich letzte Woche Besuch von 3 Freundinnen aus Leipzig: Caro, Heide und Kathrin. Es war voll schoen mit ihnen, auch wenn ich nur 2 Tage freinehmen durfte. Es war irgendwie ein merkwuerdiges, aber schoenes Gefuehl…Freunde aus meiner Welt in Deutschland sind auf einmal in meiner Welt in Jerusalem. Auch komisch, wieder allein zu sein…

Beate und ich an unserem peroehnlichen Abschiedsabend (wir sehen auch dementsprechend mitgenommen aus)

Ausserdem wird diese Woche die Beate nach 5 Jahren wieder zurueck nach Deutschland gehen. Beate war ein totales Geschenk fuer mich. Wir haben uns eigentlich schon vor 3 Jahren kennengelernt, als ich das erste mal nach Israel geflogen bin, habe ich sie im Bus vom Flughafen nach Jerusalem getroffen und wir haben festgestellt, dass sie aus Zwickau kommt (30km von meinem Heimatort). Damals hatten wir nicht weiter etwas miteinander zu tun, haben uns nur ab und an in der Gemeinde gesehen. Als ich vor 3 Monaten ankam, hab ich mich wieder bei ihr gemeldet und es ist eine total intensive Freundschaft zwischen uns entstanden. Wir haben sehr viel Zeit miteinander verbracht. Ach ja, es laesst einfach nicht in Wort fassen. Es war eine gesegnete Zeit und ich frage mich schon, wie das jetzt werden soll, ohne sie… Aber ich bin mir sicher, Gott wird sich kuemmern.

Von Beate uebernehme ich auch eine zweite Klasse in der Deutschen Schule: Die deutsche Schule ist ein Verein von deutschsprachigen Eltern (oder -teilen). Die Kinder bekommen 2 mal in der Woche fuer 3 Schulstunden zusaetzlich zu ihrer normalen Schule Deutschunterricht. Vorerst uebernehme ich bei meiner Klasse nur den Freitagsunterricht, aber ich bin sehr gespannt, wie das werden wird. Meine 5 Schueler sind ganz tolle Kinder, ein bunter Haufen mit verschiedenen Niveau (bei manchen sind beide Elternteile deutschsprechend, bei manchen nur einer, bei manchen keiner…). Es verspricht also wirklich spannend zu werden. Mir hat damals ja meine Arbeit mit den Kindern in der Gemeinde (Bibellesen, IBS..) schon sehr gefallen und gerade auch in der Bibliotheksarbeit gefaellt mir der Bereich Migrationsarbeit sehr sehr gut. Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten passt da gut hinein. Nur gut, dass ich auch gerade in einem Sprachkurs bin und dadurch  verstehen kann, wie die Kids sich fuehlen. Sie lernen da eine Sprache, die ersteinmal ganz anders geschrieben wird und die dann auch kaum einer um sie herum spricht.

Letztes Wochenende war in der Erloeserkirche ein deutscher Weihnachtsmarkt und wir haben als Chor dort gesungen. Das war echt etwas Besonderes. Wenn niemand um dich herum dieses Fest feiert, dann ist es irgendwie umso schoener, wenn man es sich als kleine Gruppe gemuetlich macht und trotzdem feiert. Positiv daran ist, dass der kommerzielle Teil fast vollstaendig wegfaellt und man sich eben Gedanken darueber macht, worum es wirklich geht. Ich habe mir trotzdem einen Adventskalender gekauft ;-) und freue mich schon darauf, morgen mein erstes Tuerchen oeffnen zu koennen…

 

Haifa & Zefad November 8, 2009

Einsortiert unter: Uncategorized — judy01 @ 9:54 am
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Ich habe mich sehr lang nicht gemeldet, d.h. es gibt mal wieder viel zu erzaehlen.

–> Wetter

Vergangene Woche ist auch in Israel der Herbst/Winter angebrochen. Dies hat sich in Massen von Regen geaeussert. Am heftigsten war wohl der 3.11. und als mein Chef mich fragte, wie es mir geht, antwortete ich nur: Ich bin nass. Und er meinte dann: Nass ist gut!! Die Sicht hier ist anders: Der See Genezareth ist auf einem Level, niedrig wie nie. Es gab hintereinander mehrere Winter mit wenig Regen und das Land ist – mal wieder – ausgedoehrt und lechtzt nach Wasser. Wenn es dann allerdings regnet, dann kann der Boden soviel Wasser nicht aufnehmen, die Kanalisation ist auch nicht darauf angelegt und die Menschen sind erst recht nicht darauf vorbereitet… Regenschirme braucht man auch i.d.R. gar nicht erst aufzuspannen, weil der Wind so heftig ist, dass es diesen gleich umdreht.

Ich fuege hier mal ein paar Impressionen ein. (Fotos habe ich nicht selbst gemacht.)

Regen in der Altstadt

Diese Woche ist das Wetter wieder um einiges besser. Es sind 20 Grad und die Sonne scheint. Nur Nachts und  in unserer Wohnung (auch tagsueber) ist es mega-kalt.

–> Geburtstag

Wie schon erwaehnt war mein Geburtstag so ziemlich der regenreichste Tag in der letzten Zeit. Nicht sp prickelnd. Wir haben es uns trotzdem schoen gemacht, waren Essen und anschliessend noch ein bisschen Schnacken. Ich habe aber schon deutlich gemerkt, dass ich Familie und Freunde sehr vermisse. :-) Vielen Dank fuer alle Gruesse und Glueckwuensche!!

[Bild meines Geburtstagskuchen folgt]

–> Gespraech mit Rob

Vergangene Woche wollte ich gerne fuer 2 Tage auf ein Seminar zum Thema Judentum und Kabbalah fahren (siehe unten). al ich daraufhin meinen Chef angesprochen habe, um frei zu bekommen, entwickelte sich daraus ein ziemlich komisches Gespraech, dessen Ergebnis war: Du musst selbst entscheiden, ob deine Schule das gutheissen wuerde, wenn du dorthin gehst. Da mir der Ausgang nicht gefallen hat, habe ih nocheinmal das Gespraech mit Rob – meinem Chef – gesucht und mit ihm ueber einige grundsaetzliche Sachen und Fragen gesprochen. Er hat sich dann auch viel Zeit genommen und mir viel erklaert. Ich habe ihm nocheinmal explizit gesagt, dass er mir ein Lehrer sein muss, damit ich etwas lerne, dass er mehr mit mir reden muss und mich einfach ueber die Sachen die Laufen informieren muss. (Alles ich dann heute gekommen bin, habe ich gleich 2 Zettel mit Info’s auf meinem Tisch vorgefunden. Schoen.) Alles in allem hatte ich das Gefuehl, dass es sehr gut gelaufen  ist, auch wenn es da noch immer offene Punkte gibt. Wir werden sehen, wie es weitergeht.

–> Haifa und Zefad

Von Mittwoch bis Freitag war ich in Haifa auf einem Seminar von Beit Rutenberg (gesponsort von der deutschen Bundesregierung – vielen Dank!!!) zum Thema Kabbalah und Judentum. Es war sehr interessant. Nicht besonders wissenschaftlich, aber eben aus der Perspektive derer, die das Leben und Glauben. Wir haben mehrere Vortraege gehort, einen Tagesausfug nach Zefad gemacht (Foto’s habe ich HIER hochgeladen) und mehrere Kuenstler besucht. Wir, das sind deutsche Volontaere, die ueber das ganze Land verstreut sind und in verschiedenen Einrichtungen arbeiten. Beit Rutenberg laedt mehrmals im Jahr zu solchen Seminaren ein. Es war eine sehr schoene Zeit, ich habe viele sehr nette Leute kennengelernt und einige Ueberraschende ermutigende Begegnungen gehabt. Danke Gott.

Haifa und Zefad sind zwei wunderschoene Staedte. Hier ein paar kurze Eindruecke:

Haifa - Ausblick auf das Mitelmeer

Wunderschoene Bluetenpracht

 

Aj, wie klug war unser Rebbe Oktober 26, 2009

Einsortiert unter: Uncategorized — judy01 @ 6:39 am
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Joachanan, ein Bibliothekar der jedoch im Archiv arbeitet, verschenkt seit Wochen seine Buecher, weil er meint, sie vermehren sich schneller als Meerschweinschen. Gestern durfte auch ich mich mal in den Kisten umsehen…juhu.

Ein Schatz den ich gefunden habe: Aj, wie klug war unser Rebbe, juedische Witze und Anekdoten.

Hier eine kleine Kostprobe:

Am Eingang einer Synagoge in Tel Aviv steht geschrieben: „Das Betreten der Synagoge ohne Kopfbedeckung ist eine schwere Suende, die einem Ehebruch gleichkommt!“
Eines Tages haengt daneben ein Zettel mit folgendem Text: „Hab’s ausprobiert. Kein Vergleich!“

Eine Frau kommt zum Rabbi. Der ist schon recht alt und sieht schlecht.
„Rebbe“, sagt die Frau, „was soll ich tun? Mein Mann betruegt mich.“
„So“, sagt der Rabbi, “ er betruegt dich … Nu, wir woll’n sehn, was die Schrift sagt …“ Er holt einen dicken Folianten aus dem Regal, schlaegt ihn auf und … findet seine Brille darin. Er setzt sie auf, sieht die Frau aufmerksam an und sagt: „Er betruegt dich also… Recht hat er!“

 

Ulpan Oktober 20, 2009

Einsortiert unter: Uncategorized — judy01 @ 7:28 am
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Gestern hat mein Ulpan (meine Sprachschule) begonnen und ich bin begeistert. Bis Ende Januar (da gibt es dann übrigens einen Abschlusstest!!) werde ich nun jeden Montag und Donnerstag von 17.30 bis 20.30 Uhr hebräisch lernen. Das sind pro Woche 6 h und das ist schon sehr sehr intensiv und zeitaufwendig. Ich bin gespannt, wie ich damit zurechtkommen werde. Ich bin im Kurs Aleph+, das ist der fortgeschrittene Anfänger-/Grundlagenkurs. Vor einigen Wochen musste ich dazu einen Eignungstest ablegen, denn ich erstaunlicherweise auch geschafft habe. Gott sei Dank!, denn der andere Kurs wäre Sonntag (Gottesdienst) und Mittwoch (Hauskreis) gewesen. Ich hätte ihn dann nicht belegen können, weil mir  die Gemeinde echt am Herzen liegt und sich da gerade für mich einige Dinge öffnen.

Zurück zum Ulpan: Wir sind eine Gruppe von ca. 17 Leuten, mit ganz verschiedenem Hintergrund. Eine junge deutsche Volontärin, ein türkischer Priester, eine weissrussische Hausfrau, ein französischer Student, eine arabische Schülerin… Wir sind eine ganz bunte Gruppe und ich bin echt gespannt, was wir voneinander noch so lernen können.

Der Ulpan ist von Beginn an auf hebräisch, wenn sie (unsere nette Lehrerin) also Grammatik erklärt, dann wiederholt sie das mit Beispielen soooo lang, bis es jeder versteht. Ich komme damit überraschenderweise sehr gut klar.

Der Kurs ist sehr intensiv. Wir starten alle von einem anderen Level (ich bin mit meinem vorherigen Kurs und dem Aufholen in den letzten Tagen gerade mal bis Seite 150 gekommen, hier setzten wir jetzt ab 240 ein !!), aber anstatt uns alle auf ein Level zu bringen, haben wir einfach mal alle 50 neue Vokabeln bekommen, die wir bis Donnerstag lernen müssen! Auch ne Lösung…

Hebräisch ist schon eine verrückte Sprache. Mein neues Lieblingswort ist:  מסמס (mesames). Kommt es bekannt vor?? Es entspricht wohl dem neuen deutschen Begriff: „Simsen“ und ist das Verb für SMS schreiben. Wir mussten alle so lachen…Ich mag diese Sprache, den eigentlich ist sie auch total logisch aufgebaut, wenn man sich nur die ganzen Sachen merken könnte…

Ich schau mal, ob ich am Donnerstag heimlich ein Foto machen kann, damit ihr einen kleinen Eindruck von der Klasse bekommt.

Diese Zeit in Israel ist so ganz anders, als meine Zeit hier als Volontär. In den ersten Wochen fiel es mir sehr schwer, dass zu akzeptieren und anzunehmen, aber jetzt sehe ich die vielen Dinge, die mir damals nicht möglich waren und die Gott jetzt einfach für mich bereithält: besonders begeistert bin ich von den Begegnungen, die ich hier immer wieder mache. Ich lerne Leute kennen, die einfach so auf mich zukommen und mich ansprechen… Leute, die ich von mir aus nicht ansprechen würde. Moshe eben, mein 80jähriger Kollege oder Rosa, meine 85jährige Kollegin (sie wohnt übrigens in Mea Shearim, DEM allerallerreligiösesten Viertel), beide mir sehr interessantenen Lebensgeschichten, oder der Mann der immer in der Kantine arbeitet und wenn niemand kommt Virginia Woolf (!!!!!!!!) liest oder der arabisch-israelichen Oberkellner…
Am Shabbat bin ich bei einer religiösen Familie eingeladen, die ich noch nicht einmal kenne. Sie wurde mir von Baruch vermittelt (ich denke, ich habe davon erzählt, er hat uns einmal spontan nach der Synagoge zu sich eingeladen). Baruch ist auch ein total netter Jude,  der uns (Ina und mir) damals angeboten hat, jederzeit bei ihm zu klingeln, wenn wir Hilfe bräuchten. (Das auch er eine sehr krasse Lebengeschichte hat, brauche ich wohl auch nicht noch einmal zu erwähnen, oder?) Er war auf jeden Fall gestern in Yad Vashem, um einmal nachzuschauen, wie es uns geht! Ich war so baff und gerührt, als ich ihn gesehen habe. Einfach total nett! (Er hat auch gefragt, wann den endlich meine Eltern kommen, er möchte sie gerne einladen und kennenlernen!!)

Noch ein paar Worte zum Wetter. Ich habe ja gehört, in Deutschland schneit es. Ihr Armen, dafür habe ich hier die zugehörige Erkältung mit Halsschmerzen und Schnupfen und das obwohl wir gerade Chamsin haben (das ist auch eine sehr fiese Sache: Hitze ohne Ende, stehende Luft und nachts auch keine Abkühlung und deswegen selbst da noch 25 Grad). Aber ich vermute, es liegt an der Klimaanlage auf der Arbeit. Eigentlich bin ich kein Freund davon, aber da unsere Büroecke kein Fenster hat, ist das die einzige Möglichkeit, um an frische Luft zu kommen… Naja, ich hoffe ich gewöhne mich daran.

Ein anderes Wehwehchen ist mein linker Fuss, der irgendwie seit Sonntag angeschwollen ist und beim Laufen sehr wehtut. Ich weiss nicht was dass ist, aber ich hoffe, dass legt sich bald wieder.

Ich merke schon wieder, eigentlich wollte ich nur einen kleinen Eintrag schreiben, aber es gibt doch so viel was ich euch erzählen möchte. Ich bin eben doch ein sehr kommunikativer Mensch und erzähle gerne…hier bin ich jedoch zuweilen sehr ruhig und still, so dass der lieber Mosche  letztens zu mir meinte, dass mein Mann mit mir mal echt glücklich werden wird, weil ich immer so schön ruhig bin und nicht soviel erzähle… Nun ja, ist es das, was Männer wollen ;-) ??
Ich habe da ja meine  Zweifel, ob ich dem wirklich entspreche.

Fühlt euch frei, zu kommentieren oder Fragen zu stellen. Ich freu mich auf Feedback von euch.

 

 
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